Mär 11: iPad-Event Splitter
Fakt ist auf jeden Fall schon jetzt, dass das neue iPad (ab € 479,- im Apple Store) mal wieder ein absoluter Verkaufsschlager ist. Dies wird dem einen oder anderen Frühkäufer bereits kurz nach dem Event aufgefallen sein, als der deutsche Store erst in der Nacht gegen halb eins wieder einigermaßen brauchbar war. Inzwischen listet der Apple Store auch nicht mehr den 16. März als das Datum, an dem Besteller mit dem Gerät rechnen können, sondern ein "Versandfertig in: 2 -3 Wochen". In Großbritannien wurden gar Besteller per Mail darüber informiert, dass sich ihre ursprünglich für den 16. März vorgesehene Lieferung um ein paar Tage verzögern könnte. Ähnliche Meldungen aus Deutschland gibt es derzeit nicht. Im Gegenteil, nicht nur ich, sondern auch einige meiner Leser (danke für die vielen Zuschriften!) erhielten inzwischen ihre Versandbestätigung. Offenbar greift Apple für die Lieferung hierzulande nun auch auf die Dienste von Hermes zurück. Gegenüber USA Today bezeichnete Apple den Verkaufsstart des neuen iPads mal wieder "off the charts". Die ersten offiziellen Zahlen dürften ion Kürze folgen.
Ein überraschendes Comeback erlebte auf dem Event indes die eigentlich schon totgeglaubte iSight-Kamera. Früher als FireWire-Webcam gestartet und später als Bezeichnung für die im Mac verbaute Kamera verwendet, wurde sie dort jüngst von der "Facetime HD Kamera" verdrängt. Im neuen iPad nun also die Rückkehr. Fortan heißt hier (und auch beim iPhone 4 und iPhone 4S) die rückwärtige Kamera wieder "iSight Kamera". Wenn man mich fragt, ein deutlich besserer Name als die bisher verwendete "Rückkamera".
Ebenfalls ein großes Thema war die Vorstellung des neuen Apple TV (€ 109,- im Apple Store) und die Einführung von 1080p Filmen im iTunes Store. Für den Fall, dass ihr es noch nicht wisst, ihr müsst den Kauf der qualitativ besseren, aber auch vom Speicherbedarf größeren Full-HD Filme zunächst in iTunes aktivieren (Einstellungen -> Store -> Beim Laden von HD-Videos bevorzugt wählen). Trotz der deutlich besseren Qualität hat es Apple geschafft, die Dateigröße der HD-Inhalte dennoch einigermaßen im Rahmen zu halten. Wie Ars Technica herausgefunden hat, liegt dies an einem optimierten Komprimierungsverfahren, welches Apple verwendet. So liegen die Dateigrößen nur ca. 15-25% über der herkömmlichen Größe bei 720p Filmen. Übrigens, auch das Apple TV weist im deutschen Apple Store inzwischen ein "Versandfertig in: 2 -3 Wochen" auf.
Auch in Sachen Apps hatte Apple Neues zu bieten. Mit iPhoto machte man die iLife-Suite im AppStore perfekt. Für Aufsehen sorgte dabei unter anderem, dass Apple nicht mehr auf Karten von Google Maps zurückgreift, sondern anderes (eigenes?) Kartenmaterial verwendet. Inzwischen wies John Gruber aber darauf hin, dass iPhoto bei der "Orte"-Funktion nach wie vor auf Google Maps baut. Bei der neuen "Journal"-Funktion hingegen setzt man offenbar auf Daten aus OpenStreetMaps. Hier ist man darüber wenig begeistert, fehlt doch in Apples Quellennachweisen der Verweis auf die Verwendung der Daten. Zudem seien die verwendeten Daten bereits relativ veraltet und befänden sich auf dem Stand von April 2010. Grundsätzlich freut man sich aber, dass Apple nun auch OpenStreetMaps-Daten in seinen Anwendungen verwendet.
Für ein wenig Mismut sorgte die Tatsache, dass sich das neue iPhoto (€ 3,99 im AppStore) von Grund auf erstmal nicht auf einem iPad der ersten Generation installieren lässt. Allerdings gibt es hier einen kleinen Trick, mit dem dies trotzdem gelingt. Hierzu benötigt man das von Apple kostenlos angebotene iPhone-Konfigurationsprogramm und lädt sich die iPhoto-App über iTunes aus dem AppStore. Über das Konfigurationsprogramm lässt sich nun jede beliebige App aus der iTunes-Mediathek auf dem Gerät installieren. Dies gilt übrigens auch für das ebenfalls nicht unterstützte iMovie (€ 3,99 im AppStore). Selbstverständlich muss man hierbei auf die eine oder andere Funktion, z.B. wegen der fehlenden Kamera verzichten, grundsätzlich sollte sich die App aber in vollem Umfang nutzen lassen. Und da iPhoto viele Funktionen enthält, die sich einem vielleicht nicht auf Anhieb erschließen, hier noch der Hinweis auf das von Apple veröffentlichte, zugehörige Handbuch.
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#1 - Julian 11.03.2012 18:08 - (Antwort)
Sehr guter Artikel, Flo!
Hat mein Wissen mal wieder erweitert :)
Danke!
#2 - Archetim 11.03.2012 18:27 - (Antwort)
Da schließe ich mich an.
Allerdings benötigen mehr Pixel eines Displays nicht zwangsläufig auch mehr Backlight-LEDs. Erhöhter Stromverbrauch entsteht durch die Ansteuerung der TFTs, aber vor allem durch die nötige Rechenleistung des A5X.
#3 - Chris 11.03.2012 19:20 - (Antwort)
Wie immer Super Artikel!
Woran erkenne ich denn ob ein Film in iTunes nun 720p oder 1080p hat Apple schreibt ja oft nur HD oder bei Format einfach nur Breitbild!? Steht dann da FullHD oder so?
besten Dank
Chris
#3.1 - Flo besagt:
12.03.2012 09:23 - (Antwort)
In iTunes findest du die Auflösung unterhalb des Covers auf der linken Seite.
#4 - Csibi 11.03.2012 20:03 - (Antwort)
Super und vielen Dank für den Hinweis mit dem iPhone Konfigurationsprogramm. Jetzt geht iPhoto also doch auf dem iPad 1 :-)
#5 - Jan 12.03.2012 09:59 - (Antwort)
Kleiner technischer Hinweis:
Die Pixelanzahl hat sich nicht verdoppelt sondern vervierfacht.
Das war die Sache mit "x hoch zwei" ;-)
#6 - Timo 12.03.2012 14:36 - (Antwort)
Interessant finde ich auch die Einführung der "Journale" in iPhoto fürs iPhone. In verbindung mit iCloud kann man jetzt seine Fotos teilen.
Wenn Apple das auch in iPhoto für Mac und Aperture integriert sowie in icloud.com einbindet sehe ich dies als Nachfolger der schmerzlich vermissten mobileme-Gallery.





